Restored Classics to Go Edition
Diese Ausgabe wurde vollständig restauriert, mit moderner Typografie, individuellem Coverdesign und korrigierter Formatierung. Fritz Reuters "Läuschen un Rimels" präsentiert sich als farbige Sammlung plattdeutscher Gedichte, Schwänke, Erzählungen und satirischer Szenen aus Alltag, Dorfleben und städtischem Milieu. Schon das Inhaltsverzeichnis signalisiert volkstümlichen Witz, scharfe Beobachtung und eine Vorliebe für kleine Konflikte um Besitz, Eitelkeit, Handel, Frömmigkeit und menschliche Schwächen. In den Vorreden erklärt Reuter seinen unprätentiösen, lebendigen Ton, begegnet kritischen Lesern mit Ironie und betont, dass seine Figuren stellvertretend für viele Menschen und Orte stehen. Zugleich verteidigt er die Eigenart des Niederdeutschen und wirbt für eine behutsame, nicht künstlich verordnete Annäherung der Dialekte. Die einzelnen Texte entfalten diesen Anspruch in komischen, oft bissigen Episoden: "De Kirschbom" zeigt einen erbitterten Erbstreit, "Wer hett de Fisch stahlen?" ein gerissenes Amtsspiel mit der Gerechtigkeit, "De Pirdhandel" die Ironie eines missglückten Pferdegeschäfts. "De Obserwanz" karikiert kirchliche Ordnung und bäuerliche Schläue, "De Bullenwisch" macht aus einer Pachtverhandlung ein Macht- und Eitelkeitsspiel. Dazu kommen groteske Missverständnisse wie beim Schuster Pagel oder beim Bauern Madaus, der am Ende sogar sein Kalb als Gans verkauft. Insgesamt entsteht das Bild einer heiteren, sprachstarken und sozial satirischen Niederdeutsch-Sammlung.
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