Restored Classics to Go Edition
Diese Ausgabe wurde vollständig restauriert, mit moderner Typografie, individuellem Coverdesign und korrigierter Formatierung. Der Ausschnitt aus Gottfried Kellers Erzählung entfaltet das Schicksal von Vrenchen und Sali in einer von Armut, Schuld und gesellschaftlicher Ausgrenzung bestimmten Welt. Vrenchens Leben ist von Beginn an trostlos: Sie wächst in einem verfallenen Haus unter der Härte ihres Vaters auf und bewahrt sich doch Schönheit, Würde und Lebenslust. Als Sali sie heimlich besucht, begegnen sich zwei junge Menschen, die einander inmitten des Elends Trost spenden, zugleich aber die Aussichtslosigkeit ihrer Liebe erkennen. Nach Martis geistigem Verfall und seiner Einlieferung in die Anstalt begleitet Vrenchen den Vater erschöpft und haltlos, ehe es zum erneuten Wiedersehen mit Sali kommt. Beide wissen, dass ihre Familienfehde und die äußeren Verhältnisse kaum eine Zukunft zulassen, und suchen dennoch für einen letzten Moment Nähe. Auf Kirchweih und Jahrmarkt erleben sie einen kurzen, kostbaren Aufschub: Geschenke, Verse, Blicke und Tanz werden zu Zeichen einer Liebe, die sich gegen die soziale Wirklichkeit behaupten will. Im "Paradiesgärtlein" und im Bann des schwarzen Geigers verdichtet sich schließlich die Verlockung eines Lebens jenseits bürgerlicher Ordnung, während das tragische Ende ihrer Verbindung bereits unausweichlich scheint.
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