Restored Classics to Go Edition
Diese Ausgabe wurde vollständig restauriert, mit moderner Typografie, individuellem Coverdesign und korrigierter Formatierung. Richard Wagners Oper und Drama entfaltet in klar gegliederter Form eine radikale Neubestimmung von Oper, Musikdrama und Dichtkunst. Schon das Inhaltsverzeichnis signalisiert den Anspruch, die Beziehungen zwischen Oper, Schauspiel, dramatischer Poesie und Tonkunst grundlegend neu zu denken. Im Vorwort verteidigt Wagner seine provokante kunsttheoretische Haltung und seinen Angriff auf die moderne Oper als notwendige Diagnose einer Kunstkrise, die nur durch schonungslose Kritik und Erneuerung überwunden werden könne. Im Zentrum steht die These, dass die Tonkunst erst in der Verbindung mit der Dichtkunst ihr volles Ausdrucksvermögen entfalten kann, in der Oper aber oft in künstliche Virtuosität und Selbstdarstellung abgleitet. Besonders scharf kritisiert Wagner Arie, Rezitativ und die Rolle des Sängers, weil diese Formen häufig nicht aus dem dramatischen Inhalt wachsen, sondern äußerlich zusammengefügt wirken und Sprache wie Sinn der musikalischen Wirkung unterordnen. Zugleich weitet der Text die ästhetische Kritik zu einer kulturtheoretischen Vision: Das Drama der Zukunft soll den Konflikt zwischen Individuum und Staat aufheben und in einer freien, organisch-religiösen Gemeinschaft eine wahrhaft menschliche Kunst ermöglichen.
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